Hl. Mary MacKillop

“Oh, wie sehr wünsche ich, wir würden

uns nur öfter daran erinnern, dass wir

hier nur Pilger sind!

Hielten wir diesen Gedanken fest,

wie leicht würden die täglichen Prüfungen

des Lebens für uns werden!“

Inschrift auf dem Grab der hl. Mary MacKillop

Mary wurde als ältestes von 8 Kindern des Ehepaares Flora und Alexander MacKillop, die von Schottland nach Australien ausgewandert waren, geboren. Mary war eine sehr fleißige Schülerin und half schon früh ihrer Mutter, für ihre jüngeren Geschwister zu sorgen. Ihr Vater Alexander war sehr gebildet, nachdem er in Vorbereitung auf das Priestertum als Seminarist in Rom studiert hatte. Wegen seiner schlechten Gesundheit hatte er das Seminar verlassen und damit seinen Traum, Priester zu werden, aufgeben müssen. Als Mary das erfuhr, spürte sie in sich die Sehnsucht, „für Gott allein zu leben“, und sie war durch die Kenntnisse, die ihr Vater an sie weitergegeben hatte, gut darauf vorbereitet.

Im Alter von 16 verließ Mary ihr Zuhause, um Geld für die Familie zu verdienen. Sie fand eine Arbeit in Penola als Gouvernante. Gerade dort traf sie P. Julian Tension Woods, mit dem sie später ihren zukünftigen Orden gründen sollte.

In dieser Zeit wurde Mary auch mit der großen Not der Armen konfrontiert. Sie sah die große Armut und den Glaubensmangel unter den Menschen auf dem Lande und erkannte, dass dieser Zustand größtenteils am Mangel an Bildung lag. Damals konnten nur jene, die dafür bezahlten, etwas lernen oder eine Ausbildung machen, weshalb Bildung einem Großteil der Bevölkerung verwehrt blieb. Mary träumte davon, einen Orden zu gründen, der es jedem Kind ermöglichen würde, Bildung zu erhalten, besonders religiöse Bildung. Im Alter von 22 konnte sie schließlich ihren Traum verwirklichen und mit P. Woods die "Schwestern des Heiligen Josef vom Heiligen Herzen" gründen. Dazu erhielt sie den Namen „Mother Mary of the Cross“ (Mutter Maria vom Kreuz). Das Hauptaugenmerk des Ordens war es, Kindern einen freien Zugang zur Bildung anzubieten und für die geistigen und körperlichen Bedürfnisse von armen und verarmten Familien zu sorgen. Mit der Zeit eröffnete Mary auch Waisenhäuser, Obdachlosenheime und Zufluchtsorte für ehemalige Strafgefangene und Prostituierte, die von Neuem beginnen wollten.

Der neue Ansatz der Kongregation wurde vom australischen Klerus nicht immer willkommen geheißen und deshalb hatte Mary als Oberin große Leiden zu erdulden. Das ging sogar so weit, dass sie für eine bestimmte Zeit von einem falsch informierten Bischof exkommuniziert wurde. Sie wusste, was geschehen war und antwortete mit folgenden schriftlichen Worten an ihre Schwestern: „Ihr wisst, wie sehr ich das Priestertum hochhalte, weshalb ihr verstehen könnt, wie viel ich gelitten habe, seit ich zugeben musste, dass ein Priester mit vollem Bewusstsein im Unrecht blieb. Ich konnte all das entschuldigen, aber nicht um meinetwillen, sondern um der heiligen Würde jenes willen, der imstande war, etwas Unwahres zu sagen. Hätte man dem Bischof die Wahrheit erzählt, wäre es dann zu diesen Skandalen gekommen? Ich verzeihe ihm, ich verzeihe allen, die in diesen Angelegenheiten ihre Hand im Spiel hatten, und so lasst es uns alle tun.“

Die hl. Mary MacKillop versuchte nicht nur, die Herzenshaltung der Verzeihung zu leben, sondern sie ging noch einen Schritt weiter, wie sie schrieb: „Ich habe durch Gottes weise Zulassung derzeit Feinde, aber es sind geliebte Feinde und ich weiß, sie wären viel eher Freunde, wenn sie die Wahrheit sehen und verstehen könnten.“ Sie versuchte auch, alles aus den Händen Gottes anzunehmen und konnte dadurch einen unglaublichen inneren Frieden bewahren. „Nichts, das mir oder den Schwestern passiert, war stark genug, meinen Frieden zu zerstören. Ich empfand die größte Liebe zu jenen, die uns verfolgten.“

In den folgenden 30 Jahren reiste Mary MacKillop unermüdlich durch Australien und Neuseeland, eröffnete Konvente und neue Schulen. Ständig hatte sie mit ihrer schwachen Gesundheit und der Verfolgung vonseiten jener zu kämpfen, die eifersüchtig auf die Arbeit waren, die sie leistete. Sie blieb im Kontakt mit ihren Schwestern, indem sie ihnen Briefe schrieb und die Häuser besuchte, wann immer es möglich war.

 

Gegen Ende ihres Lebens erlitt Mary MacKillop einen Schlaganfall und war nicht länger fähig zu schreiben. Trotzdem tippte sie kurz vor ihrem Tod auf einer Schreibmaschine folgende Worte: „Welche Schwierigkeiten auch immer vor euch stehen mögen, nehmt sie fröhlich an und erinnert euch daran, wem ihr euch zu folgen bemüht. Habt keine Angst. Liebt einander und lasst die Nächstenliebe die Führerin in eurem ganzen Leben sein!“

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